Katharina Hahn / Fotografin / Kulturwissenschaftlerin

Aktuell beschäftige ich mich vor allem mit den Möglichkeiten alter und alternativer fotografischen Verfahren wie der Cyanotypie. Für meine Cyanotypien verwende ich verschiedene Bildträger wie Papier, Stoffe und Glas, die ich mit Fotografien und Fotocollagen belichte.

Veranstaltung

10./11. Oktober 2026: Powerplatte – Festival

Sechs Aufgänge in der Liliensteinstraße 29 - 39 in Leipzig-Grünau stehen für ein Wochenende im Fokus von Kunst, Wissenschaft und gelebter Praxis zum Thema Plattenbau. Am 10. und 11. Oktober 2026 wird der WBS 70-Block jeweils von 10 bis 16 Uhr zu einem Ort baukultureller Auseinandersetzung der jüngeren Vergangenheit. Der Eintritt ist frei.

Mein Beitrag in der Liliensteinstraße 37, 2. Etage:

„Fotomontage WBS 70“

Am Samstag entsteht hier eine großformatige Cyanotypie, mit der ich das Prinzip der Montage der Großtafelbauweise in einen alten fotografischen Prozess umsetze. Ich füge großformatige Negative nacheinander zur Gesamtansicht eines WBS 70-Gebäudes zusammen und belichte sie auf eine große Stoffbahn. Am Sonntag wird die fertige Cyanotypie zu sehen sein.

Im Nebenraum gebe ich Einblicke in meine Forschung zur DDR-Stadtbildpolitik, für die ich mich mit dem Medium Fotobuch auseinandergesetzt habe. Anhand zahlreicher Beispiele zeige ich, wie zwischen 1945 und 1974 der Wohnungsneubau in Dresden-Fotobüchern inszeniert wurde.

Darum geht's bei „Powerplatte - Das Festivalformat pro Platte“:

Über 100 lokale, regionale und überregionale Positionen zur Platte wurden angefragt. Sie folgten dem Aufruf und haben die leerstehenden Wohnungen auf ihre Art und Weise neu inszeniert und interpretiert.

Powerplatte bietet darüber hinaus an dem Wochenende ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Film, Vortrag, Lesung, Radtour und zahlreichen Workshops für alle Altersklassen. Das Forschungsteam der RWTH Aachen bietet zudem Führungen im Nukleuswohnen an – für Neugierige die letzte Gelegenheit, das neuartige Wohnkonzept zu erleben. Außerdem wird die fünfteilige Grünau 50-Dokuserie von Birk Possecker in Dauerschleife zu sehen sein.

Initiiert wurde die Veranstaltung durch Martin Maleschka, Architekt, Fotograf und Preisträger des Deutschen Preises für Denkmalschutz 2024. Plattenbaukind Martin Maleschka dokumentiert seit mehr als 20 Jahren das Verschwinden des baukulturellen Erbes der DDR. In Kooperation mit der WG Lipsia eG und der Sparda-Bank Berlin eG folgt nun ein nächster Höhepunkt seiner Vermittlungsarbeit – die Powerplatte.

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